Chancengleichheit im Beruf

Veröffentlicht am 18.07.2011 in Frauenpolitik

Zu einem gemeinsamen Gedankenaustausch und zu einer politischen Bewertung des Gleichstellungsberichtes der Bundesregierung haben sich die ASF (Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen) Unterbezirksvorsitzende Anke Pohlschmidt (Dülmen) und der Dülmener DGB Vorsitzende Ortwin Bickhove-Swiderski getroffen.
Genau vor zehn Jahren hatte sich die Wirtschaft eine Selbstverpflichtung auf Chancengleichheit von Männern und Frauen auferlegt.

Gemeinsam stellten die ASF Vorsitzende Pohlschmidt und der DGB Vorsitzende Bickhove-Swiderski fest: das Ergebnis ist "ernüchternd" ja, sogar vernichtend und niederschmetternd. Immer noch werden gerade Frauen auf dem Arbeitsmarkt diskriminiert. Dabei spiegelt sich die gesamte Breite der Diskriminierung wieder. Immer noch bekommen Frauen im Schnitt 23 Prozent ! weniger Lohn oder Gehalt als Männer.
Anke Pohlschmidt stellte fest, dass es auch in Dülmen und im Kreis Coesfeld immer noch Arbeitnehmerinnen gibt die einen Stundenlohn von 5,- Euro brutto erhalten. Somit muss dringend flächendeckend ein gesetzlicher Mindestlohn eingeführt werden.
Ortwin Bickhove-Swiderski stellte fest, dass in den Vorständen der 30 Dax-Unternehmen der Frauenanteil bei sechs Prozent liegt. Es geht aber nicht nur um Frauen in Führungspositionen, zur Zeit arbeiten 4,3 Millionen Frauen in Minijobs, und somit ist die Altersarmut schon vorprogrammiert, so Bickhove-Swiderski weiter. Es sind keineswegs unqualifizierte Frauen, viele haben eine abgeschlossene Ausbildung, finden aber zur Zeit keine andere Tätigkeit.
Beide Verbandsvertreter sind sich einig, dass nunmehr eine gesetzliche Regelung erfolgen muss. "Die Bundesregierung muss eine gesetzlich vorgeschriebene Frauenquote einführen". Auch im Dülmener Raum und im Kreis Coesfeld müssen dringend Veränderungen herbeigeführt werden. So sollten etwa freiwerdende Vorstandsposten bei den Geldinstituten mit Frauen besetzt werden, und auch auf der mittleren Führungsebene zum Beispiel bei Stadtverwaltungen oder der Kreisverwaltung müssten freiwerdende Abteilungsleiterstellen, vorrangig mit Frauen besetzt werden. Bei den Geldinstituten könnten dieses auch die Leitung einer Filiale vor Ort oder in den Ortsteilen bedeuten.
Beide regten an, dass dieses Thema auch von den Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten in den Behörden und Verwaltungen aufgegriffen werden muss. Im Kreistag könnte durch die Politik eine Abfrage zu Frauen in Führungspositionen im Kreis Coesfeld und den einzelnen Städten erfolgen, beide Verbandsvertreter schätzen ein, das wird eine "ernüchternde und bittere Auswertung" insbesondere für die Kolleginnen werden.
Bickhove-Swiderski und Pohlschmidt fordern die Politik auf, sich dieses Themas anzunehmen, und die Bundesregierung soll nunmehr Nägel mit Köpfen machen, zehn Jahre sind nutzlos verstrichen und somit wird es höchste Zeit, dass die im Gleichstellungsbericht geforderten gesetzlichen Regelungen umzusetzen werden müssen.
Anke Pohlschmidt für die ASF und Ortwin Bickhove-Swiderski für den DGB planen nach der Sommerpause eine gemeinsame Vorstandssitzung zu diesem Thema. Dazu könnten auch die Frauen- und Gleichstellungsbeauftragten hinzugezogen werden, um den Vorständen von ASF und DGB "direkt und ungeschönt" zu berichten.

 

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