„Jedem Kind eine Chance“

Veröffentlicht am 20.01.2012 in Familie und Jugend

Auf der letzten Vorstandssitzung beschloss die SPD Nottuln sich im Jahr 2012 unter dem Motto „Jedem Kind eine Chance“ schwerpunktmäßig mit dem Thema Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche zu beschäftigen. Soziale Gerechtigkeit im 21. Jahrhundert beinhaltet insbesondere Chancengleichheit für Kinder und Jugendliche. Die SPD Nottuln setzt sich daher dafür ein, dass Kinder und Jugendliche unabhängig vom finanziellen und sozialen Status der Eltern die Chance erhalten, in unserer Gesellschaft den Platz einzunehmen, der ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten entspricht. Herkunft darf kein Schicksal sein.

Leider ist das heute noch keine Selbstverständlichkeit. Dabei geht es auch, aber nicht nur um fehlende finanzielle Mittel. Kindererziehung stellt in verschiedener Hinsicht eine besondere Herausforderung für Familien dar. Zunehmend fehlt das familiäre Umfeld, das in solchen Fällen unterstützend zur Seite stehen könnte. Erforderliche Unterstützungen und Hilfen sind dabei so vielfältig wie die unterschiedlichen Lebenssituationen junger Familien. Notwendig sind zunächst einmal Hilfen und Unterstützungen bei der Versorgung der Neugeborenen. Entsprechend der kindlichen Entwicklung verändern sich später auch die Bedarfe. Dazu zählen Integration- und Sprachförderung für Kinder in Migrationsfamilien, aber auch Möglichkeiten der Betreuung, wenn beide Eltern berufstätig sind, oder Unterstützungen bei schulischen Problemen. Dabei mangelt es nicht an Hilfsangeboten. Vom europäischen Sozialfonds, über bundes- und landespolitische Programme bis hin zu Angeboten der Wohlfahrtsverbände und Selbsthilfeeinrichtungen besteht ein breit gefächertes Spektrum an Hilfen und Unterstützungsangeboten für die unterschiedlichsten Lebenssituationen. Es geht also gar nicht mal darum, neue Projektstrukturen aufzubauen. Es reicht nach unserer Überzeugung, bestehende Angebote zu optimieren und zu verzahnen. Allerdings fehlt es an umfassender Information über die Vielzahl der Angebote. Zudem besteht bei vielen Familien trotz erkannter Probleme eine Scheu vor dem Gang zum Jugend- oder Sozialamt. Das Modellvorhaben „Kein Kind zurücklassen“ der SPD-geführten Landesregierung setzt hier an. Gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung wurde dieses Modellvorhaben vor kurzem gestartet. Ministerpräsidentin Hannelore Kraft begründet dieses Vorhaben damit, Kinder so früh wie möglich zu fördern und Eltern gezielt dabei zu unterstützen: "Wir lassen heute noch viel zu viele Potenziale und Talente unserer Kinder ungenutzt". Eine möglichst frühe Förderung ist, trotz der damit verbundenen zusätzlichen Ausgaben, nicht nur sozialpolitisch, sondern auch wirtschaftlich und finanziell sinnvoll. Das ist wissenschaftlich bewiesen und mittlerweile auch unstreitig. So belegt ein von der nordrhein-westfälischen Landesregierung beauftragtes Gutachten des Prognos-Institutes die Richtigkeit dieses Politikwechsels. Der Verzicht auf ein solches Vorhaben würde uns danach vielmehr teuer zu stehen kommen. Weitergehende Informationen zu dem Projekt sind unter www.nrw.de/vorbeugung/ im Internet nachzulesen. Wir sind von der Richtigkeit dieses Ansatzes überzeugt und wollen daher nicht auf das Ergebnis dieses Modellvorhabens warten, sondern schon jetzt die Chancen dieses Politikwechsels nutzen. Der SPD-Vorstand beschloss, sich mit diesem Thema intensiver zu beschäftigen und möglichst bald konkrete Vorschläge für eine Umsetzung in der Gemeinde Nottuln vorzuschlagen.

 

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