Mehrheit für Mindestlohn

Veröffentlicht am 06.07.2010 in Arbeit und Wirtschaft

Eine deutliche Mehrheit in Deutschland fordert einen verbindlichen Rahmen für faire Löhne: Laut des aktuellen "AWO-Sozialbarometers" befürworten 67 Prozent der Deutschen die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns. Ein wichtiges arbeitsmarktpolitisches Ziel der SPD ist ein allgemeiner gesetzlicher Mindestlohn, der eine Grenze markiert, unter die Löhne nicht fallen dürfen.

Das aktuelle "AWO-Sozialbarometer" zeigt, dass die große Mehrheit der Deutschen (67 Prozent) dieses Ziel teilt und für einen flächendeckenden Mindestlohn ist. Weitere 27 Prozent können sich einen Mindestlohn in bestimmten Branchen vorstellen. In der von TNS Infratest durchgeführten Studie waren 76 Prozent der Ostdeutschen und 65 Prozent der Westdeutschen für die flächendeckende Einführung. "Die Ergebnisse zeigen, dass die Menschen in unsicheren Zeiten mehr denn je eine verbindliche Lohnuntergrenze wünschen", sagte der AWO Bundesvorsitzende Wolfgang Stadler. Dies bestätige alle bisherigen Kenntnisse und "macht es umso unverständlicher, warum teile der Politik dies nicht wahrhaben wollen". Die Parteien, die gegen die Einführung eines flächendeckenden Mindestlohns seien, nähmen "sehenden Auges soziale Spaltungen in unserer Gesellschaft in kauf", mahnte Stadler und betonte, die Einführung eines Mindestlohns sei "schlicht ein Gebot der sozialen und wirtschaftlichen Vernunft". In Deutschland nehmen unsichere Arbeitsverhältnisse, Lohndumping und Chancenlosigkeit von Langzeitarbeitslosen immer mehr zu. Deshalb hat das SPD-Präsidium im Frühjahr 2010 Vorschläge vorgelegt, die wieder für faire Verhältnisse auf dem Arbeitsmarkt sorgen sollen. Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer brauchen anständige Löhne und Mindestlöhne, so eine der Forderungen.

 

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