Nottulner Hallenbad: Energie sparen - Kosten senken

Veröffentlicht am 29.02.2008 in Umwelt

Nottuln. Nicht nur Uwe Brummerloh konnte es kaum glauben: „Wir brauchen nur noch zehn Prozent der Energie von heute?“ Doch der Sozialdemokrat hatte richtig gehört, wie Diplom-Ingenieur Lars Eversmann (Münster) bestätigte: „Wenn das Hallenbad mit einer neuen Lüftungstechnik beheizt wird, sinkt der Energieverbrauch um rund 90 Prozent.“ Kein Wunder, dass die Mitglieder des Betriebsausschusses am Mittwoch einstimmig für die Erneuerung der Lüftungstechnik plädierten. Zugleich sollen auch das Hallenbaddach erneuert und eine Fotovoltaikanlage installiert werden.

Dass die Erneuerung der Lüftungstechnik nicht nur aus Energie- und Kostengründen erfolgen muss, machten Lars Eversmann und Harald Gerding (Gemeindewerke) beim Ortstermin deutlich. Die Anlage ist mit dem Hallenbad 1975 in Betrieb gegangen und so alt, dass „auch ein Totalausfall nicht mehr ausgeschlossen werden kann“, so Eversmann, der im Auftrag der Gemeindewerke ein Gutachten geschrieben hatte.

Hauptmanko neben dem hohen Alter: Die Lüftungsanlage ist eine „Rein-Raus-Anlage“. Die Außenluft wird angesaugt, erwärmt, ins Bad und die Nebenräume (Umkleiden, Dusche) und von da aus über ein Schachtsystem am Beckenrand bzw. über Ventilatoren auf dem Dach nach draußen geleitet. Die neue Anlage hätte eine Wärmerückgewinnung. Die erwärmte Luft wird nicht mehr rausgeblasen, sondern fließt zurück und wird dazu genutzt, die neu angesaugte Luft zu erwärmen. Das sorgt für den deutlich niedrigeren Energieverbrauch.

Eversmann machte die Politiker vor Ort auch darauf aufmerksam, dass die Umkleiden überheizt sind. Der Grund: Es gibt zwei Lüftungsstränge, der eine heizt das eigentliche Bad (30 Grad), der andere Duschen, Umkleiden und Planschbecken (26 Grad). Um es am Planschbecken warm genug zu haben, müssen zwangsläufig die anderen Räumlichkeiten, die am selben Strang hängen, ebenfalls so stark geheizt werden. Eine individuelle Einstellung ist für die einzelnen Bereiche nicht möglich. 22 Grad würden für den Umkleidebereich aber ausreichen.

Lars Eversmann schlug deshalb eine neue Struktur vor: Ein Strang soll die Schwimmhalle samt Planschbecken und die Duschen heizen (30 Grad), der zweite Strang die Umkleiden (22 Grad). Im Umkleidebereich sollten zusätzlich Heizkörper errichtet werden, weil das Heizen mit warmem Wasser deutlich effektiver sei als das mit erwärmter Luft.

Durch die Wärmerückgewinnung werde das Hallenbad in Zukunft nicht mehr 460 000 Kilowattstunden Energie pro Jahr brauchen, sondern nur noch 43 000 Kwh, rechnete Eversmann vor. Die Kosten sänken dann von rund 21 000 Euro (Verbrauch und Wartung) auf nur noch rund 2500 Euro. Und auch die Umwelt würde profitieren: 85,4 Tonnen Kohlendioxid werden eingespart.

Dass bei den Umbauarbeiten, die während des Sommers erfolgen sollen, auch gleich das Dach saniert wird, mache Sinn, erklärte Harald Gerding den Ausschussmitgliedern. Und nach den guten Erfahrungen am Wellenbad, wo bekanntlich auch eine Fotovoltaik-Anlage installiert ist, wolle man auf dem Hallenbaddach auch eine solche aufbauen. Deren Erträge werden dazu beitragen, einen Teil der Sanierungskosten für das Hallenbaddach aufzufangen.

Kosten wird alles zusammen 446 000 Euro, 189 000 Euro steuern die Gemeindewerke bei, 257 000 Euro werden über Kredite finanziert.

WN 29.02.08
Bild und Text
VON FRANK VOGEL

 

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