Schuldiskussion am 1.4.2011 – kein Aprilscherz

Veröffentlicht am 09.04.2011 in Kommunalpolitik

Ein paar kritische Anmerkungen vom Fraktionsvorsitzenden der SPD, Wolf Haase: Niemand hat gewonnen… Nun hat man sie also beerdigt – auf dem Friedhof beleidigter Eitelkeiten – die mögliche Kooperation in der Baumberger Schullandschaft. Zumindest gilt das für Nottuln und Billerbeck! Anstatt sich intensiv damit zu befassen, wie man dem demografischen Wandel, - sprich: immer weiter sinkenden Schülerzahlen in allen Schulformen -, durch kreative Ideen entgegenwirken könnte, zieht man sich beleidigt in den politischen Schmollwinkel zurück und schleudert munter Giftpfeile in Richtung Nachbargemeinde (aus beiden Richtungen).

Sicher, seit Monaten schreiben sich Politik und Verwaltung die Rettung der ortsansässigen Schulen auf die Fahnen, nicht nur in Nottuln, sondern in ganz NRW. Durch den aus Nottulner Sicht „leider“ erfolgreichen Alleingang der Billerbecker Bürgermeisterin in Sachen „Gemeinschaftsschule“ gerät nun die Baumberger Schullandschaft so richtig in Bewegung. Offenkundig, dass man in Billerbeck es nicht für nötig befand – vielleicht befürchtete man bei dieser Thematik da Gegenwind – die anderen Verwaltungen ins Boot zu holen: Ein Schelm, wer da Böses denkt!! Und genau das taten die Nottulner dann auch, angefangen vom Bürgermeister, „hinab“ bis in die tief getroffenen Herzen mancher Fraktionen. Ebenso offenkundig, dass die Anfrage und Bitte der Billerbecker Bürgermeisterin zur Aufnahme Nottulner Schüler nur als Placebo gewertet werden muss, denn eine Entscheidung des Nottulner Rates erwies sich durch ein aktuelles Schreiben des Ministeriums als Muster ohne Wert. Offenkundig auch, dass Frau Dirks da schon früher als die Nottulner Verwaltung wusste, was sie da tat bzw. tun durfte, nämlich Nottulner Eltern die Zusage zu erteilen, dass deren Kinder die Billerbecker Gemeinschaftsschule besuchen können. Dass SPD und Grüne schon von Beginn dieser leidigen und unnötigen Diskussion den Elternwillen als höchstes Gut werteten und es durchaus als unproblematisch ansahen, einer (letztlich ohnehin nicht nötigen) Erlaubnis zum Besuch Nottulner Schüler in Billerbeck zuzustimmen, dass beide Fraktionen sich aber nicht gegen die Ratsmehrheit von CDU, FDP und UBG durchsetzen konnten, ist eher traurig angesichts eines unseligen Hickhacks auf dem Rücken der Eltern und Kinder. Nun haben diese – wenigstens indirekt – denn doch am Ende gewonnen. – Verloren haben die, die immer noch glauben, durch einen Wettlauf um Schüler mit den Nachbarkommunen den demografischen Wandel mit seinen Auswirkungen auf die jeweiligen Kommunen aufhalten zu können. Und das gilt auch für unsere Gemeinde Nottuln: Fakt ist: Die Hauptschule ist, – so gut sie ist, und so sehr wir das auch bedauern mögen –, die nächsten Jahre kaum noch zu halten. Fakt ist: Das Gymnasium verliert durch seine aktuelle Zweizügigkeit die Perspektive, eine sinnvolle Differenzierung in der Oberstufe anzubieten. Fakt ist: Auch wenn es jetzt noch nicht danach aussieht – auch unsere Realschule wird in den nächsten Jahren Schüler verlieren, an die Gesamtschule, an die Gemeinschaftsschule. (Wie mag wohl das Bistum reagieren und agieren?) Fakt ist: Die Grundschule in Schapdetten ist selbst als „Spagatschule“ auf Dauer nicht zu halten. All dies sind unbequeme Wahrheiten. Sicher, ein düsteres Szenario, das den Wohnort Nottuln an Attraktivität verlieren lässt. Wer allerdings jetzt noch die Augen verschließt und denkt, dass unsere Schulen vor Ort durch attraktive Angebote diesem demografischen Trend entgehen könnten, der träumt nicht nur noch auf „Wolke Sieben“, er tut der Situation auch keinen Gefallen! Wir alle wissen, unbequeme Wahrheiten werden nicht gerne ausgesprochen, schon gar nicht von der Politik, die am Tropf des Wählers hängt und allzu oft darauf Rücksicht nimmt. Wir als SPD haben uns in dieser Thematik schon „beschimpfen“ lassen dürfen: Vor Jahren schon sprachen wir das „Unmögliche“ aus:

  • Gymnasiale Kooperation mit z.B. Senden (Fahrdienste, Absprachen über Kursinhalte)
  • Auflösung der Grundschule Schapdetten (So viele Baugebiete kann man gar nicht erschließen geschweige denn verkaufen, wie für einen Schulerhalt nötig wären.)
  • Verlagerung der Hauptschule in leer stehende Gymnasialräume oder Kooperationsmodell mit der Realschule (Erhebliche Kostenreduzierung in Kombination mit der nachfolgenden Überlegung)
  • Nutzung der Hauptschule als Kommunales Verwaltungsgebäude …und wir wurden belächelt.

Nun stehen wir vor dem Scherbenhaufen: Die Havixbecker und Billerbecker waren „schneller“ mit Gesamtschule und mit Gemeinschaftsschule. Also: nicht mehr zögern, nicht mehr unbequemen Wahrheiten aus dem Weg gehen, nicht mehr lamentieren, sondern konkrete Modelle entwickeln, wie wir aus der „Not noch eine Tugend“ machen können. Die Nottulner Eltern und Kinder dürfen das von uns erwarten!

 

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