Schuldiskussion in Nottuln

Veröffentlicht am 02.10.2016 in Schule und Bildung

Sorge um die Zukunft der Nottulner Schullandschaft

Die SPD Nottuln sorgt sich um die Zukunft der weiterführenden Schulen in Nottuln. Sie möchte sich nicht vorwerfen müssen, nicht frühzeitig eine parteiinterne Diskussion hierzu angestoßen zu haben. „Sicher wird es für einen solchen Dialog nie den richtigen Zeitpunkt geben“, so Manfred Kunstlewe, „denn Schule ist immer in Bewegung und in der Weiter- oder sogar Neuentwicklung. Wir wollen diesmal zum rechten Zeitpunkt gut aufgestellt sein und Ideen entwickeln. So können wir Weichen stellen, damit wir nicht mittelfristig von den Ereignissen überrollt werden, wie bei der Hauptschule und der St. Bonifatius-Grundschule geschehen.“

Rechtzeitig gestalten und nicht zwangsweise verwalten ist hier das Credo der Genossen.

Dabei sind sie ihrem Ratsmitglied Wolf Haase dankbar, dass er mit seinem Fachwissen den Prozess aktiv begleitet. Die geäußerte Kritik anderer Parteien bezüglich der Funktion von Herrn Haase ist da völlig unverständlich. Es muss jedem Partei- und Ratsmitglied  erlaubt sein, Sorgen zu äußern und auf Anzeichen für Veränderungsbedarf hinzuweisen. Einen Mandatsträger trifft hierzu sogar eine besondere Verpflichtung, denn er hat einen Eid darauf abgelegt, Schaden von der Gemeinde abzuwenden. Die in weiten Teilen unsachlichen Angriffe gegen unseren stellvertretenden Bürgermeister entlarven leider ein offensichtlich anderes Politikverständnis der Kritiker.

Ziel der Schulpolitik in Nottuln ist für die örtliche SPD, unseren Schülerinnen und Schülern ein umfassendes Bildungsangebot vorzuhalten, welches langfristig gesichert ist. Eine ausgesprochene Bestandsgarantie für – irgendeine – Schulform kann in einer ergebnisoffenen Diskussion nicht das Maß der Dinge sein. Ziel ist es – und darin ist sich die SPD Nottuln mit der Landes-SPD einig – kein Kind zurückzulassen. Die SPD Nottuln hat die Sorge, dass die bisherigen Bemühungen im Ergebnis ebenso scheitern könnten wie neue Vorschläge der Arbeitsgruppe des Gymnasiums mit dem Ziel einer nachhaltigen Verbesserung der Schülersituation. Dann ist es nicht nur erlaubt, sondern geradezu nötig, weiter zu denken und zu diskutieren. Ein Maulkorb hilft dabei niemandem, insbesondere nicht den kommenden Schülergenerationen.

Deshalb ist die SPD Nottuln das Thema „Zukunft der weiterführenden Schulen in Nottuln“ aktiv angegangen und wird nicht nur parteiintern sondern auch öffentlich versuchen, die Herausforderungen zu begreifen, die sich im Elternverhalten bei der Schulanmeldung ebenso zeigen wie in den Schülerprognosezahlen der Verwaltung. Bei sinkenden Anmeldezahlen ist in einfaches „weiter so“ und „das wird schon“ unverantwortlich. Die Prognose der Verwaltung (Vorlage im Schulausschuss vom 28.06.2016) zeigt eine Reduzierung in der Sekundarstufe I des Gymnasiums bis zum Schuljahr 2021/22 von heute 324 auf 282 Schüler und die Übergangsquote der Grundschulabgänger ist im Schuljahr 2016/2017 auf 24,1% gesunken.

Diskutieren statt polemisieren

Eine Schuldiskussion ist stets gefährdet, ideologisch auszuarten und die Sachdiskussion aus dem Auge zu verlieren. Die ersten Reaktionen zeigen diese Gefahr auch jetzt wieder. Die SPD Nottuln will in dem jetzt angestoßenen Prozess ergebnisoffen gerade auch unter Einbeziehung verschiedenster Akteure eine zukunftsfähige Lösung erarbeiten und dann bei einer möglichen Realisierung mitwirken. Selbstverständlich haben einzelne Akteure persönliche Vorstellungen und Vorlieben, was das Ergebnis angeht. Eine eigene Haltung hat aber noch nie gestört, eine sachliche, qualifizierte Diskussion zu führen – im Gegenteil.

Die SPD Nottuln jedenfalls freut sich darauf, dieses wichtige Thema für Nottulns Kinder und Nottulns Zukunft mit allen Interessierten und Beteiligten anzugehen. So wird bald auch die Öffentlichkeit gesucht werden, z.B. in besonderen Veranstaltungen.

Wäre es nicht traumhaft, wenn Nottuln ein Beispiel für eine sachorientierte Schuldiskussion werden könnte?

 

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