SPD-Energiekonzept: „Das größte Wachstumsprogramm aller Zeiten“

Veröffentlicht am 17.05.2011 in Arbeit und Wirtschaft

Stellten Eckpunkte des SPD-Energiekonzepts vor: Sigmar Gabriel und Thorsten Schäfer-Gümbel. (Bild: spd.de)

Bis 2050 kann Deutschland seine Versorgung zu 100 Prozent aus Erneuerbaren Energien decken. Das ist Ziel des SPD-Energiekonzepts. Die Vorschläge hätten Potenzial für kräftiges Wirtschaftswachstum und hunderttausende Jobs, sagte der Vorsitzende der SPD-Energiekommission, Thorsten Schäfer-Gümbel, der Eckpunkte mit Sigmar Gabriel vorstellte. Die Bundesregierung debattiert noch darüber, wie sie ihre Laufzeitverlängerung für alte Atomkraftwerke wieder rückgängig machen kann. Einzelheiten der von ihr proklamierten Energiewende sind indes noch völlig offen. Die SPD hingegen hat bereits sehr klare Vorstellungen von der Energieversorgung der Zukunft.

Am Freitag werden Expertinnen und Experten auf einer großen Fachkonferenz konkrete Vorschläge der SPD diskutieren, die in den vergangenen Monaten von der SPD-Energiekommission mit Fachleuten entwickelt wurde. Eckpunkte des Konzepts stellten am Montag in Berlin der Kommissionsvorsitzende Thorsten Schäfer-Gümbel und der Parteivorsitzende Sigmar Gabriel vor. 100 Prozent Erneuerbare bis 2050 Im Zentrum steht das Ziel, bis 2050 die gesamte Energieversorgung in Deutschland durch Erneuerbare Energien zu decken. Es gehe darum, „Deutschland zum energie- und ressourceneffizientesten Volkswirtschaft der Welt zu machen“, skizzierte Schäfer-Gümbel den Anspruch des 50-Punkte-Plans. „ Nur eine Energiewirtschaft auf der Basis von erneuerbaren Energiequellen, die alle nationalen Ressourcen so intelligent und so effizient wie möglich nutzt, kann sich aus der Abhängigkeit von fossilen und den Gefahren von nuklearen Ressourcen befreien“, heißt es in dem Konzeptpapier. „Demokratisierung“ der Energiepolitik Bis 2020 sollen dafür alle deutschen Atomkraftwerke abgeschaltet werden und unverzüglich die von Schwarz-Gelb gestoppte Suche nach einem sicheren Endlager für atomare Abfälle wieder aufgenommen werden. Die Macht der vier großen Energieversorger in Deutschland will die SPD deutlich begrenzen. Sie sollen 2050 weniger als die Hälfte der gesamten Energieversorgung beisteuern. Denn es gehe auch um eine „Demokratisierung der Energiepolitik“, wie Gabriel betonte: Stadtwerke etwa oder auch einzelne Personen könnten künftig selbst bedeutende Anteile der Energieversorgung übernehmen. Dies brächte mehr Wettbewerb und langfristig stabile Strompreise. Und die Konsumenten wären nicht länger der Willkür der großen Versorger ausgeliefert. Gesellschaftliche Akzeptanz ist nach Überzeugung Schäfer-Gümbels auch bei dem oft diskutierten Netzausbau möglich – wenn die Politik aktiv auf die Menschen zugehe, um gemeinsame Lösungen zu entwickeln. Einzelheiten, ergänzte Gabriel, müssten in der weiteren Entwicklung festgelegt werden. Denn dies sei unter anderem davon abhängig, wie viel dezentrale und wie viel zentrale Stromproduktionsstandort entstehen. Als „Brückentechnologie“ in das Zeitalter regenerativer Energieversorgung sieht die SPD hocheffiziente Kohle- und vor allem Gaskraftwerke. Sie würden für die Übergangszeit gebraucht um die notwendige Grundlast zu sichern. Gute Arbeit, Ausbildung und Einkommen für hunderttausende Menschen Vor allem sieht die SPD in einem entschlossenen Umbau der Energieversorgung nach den notwenigen Anschub-Investitionen auch riesige Chancen für den Wirtschaftsstandort. „ Die Energiewende wird Gute Arbeit, Ausbildung und Einkommen für hunderttausende Menschen schaffen und sichern, gerade auch in den ländlichen Regionen. Zukunftsfähige Arbeit können wir nur sichern und ausbauen, wenn wir uns im globalen Wettbewerb den Herausforderungen der Energiewende und des Klimaschutzes stellen“, heißt es im SPD-Konzept. Ein solcher Umbau der Energieversorgung habe „das Potenzial für das größte Wachstumsprogramm aller Zeiten“, unterstrich Schäfer-Gümbel. Live-Diskussion auf spd.de Diskutiert wird das Konzept mit Fachleuten am 20. Mai im Berliner Willy-Brandt-Haus. Die Veranstaltung wird ab 10 Uhr live auf spd.de übertragen – und Internetnutzer können schon jetzt Fragen stellen.

 

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